Es gibt viele gute Argumente für den Ausbau der Windenergie, auch in Sachsenheim und sehr wenige die dagegen sprechen, wie vielleicht die Veränderung des Landschaftsbilds. Viele Details dazu finden Sie in unseren FAQs.

Hier möchten wir einige Positionen der BI „Gegenwind“ richtig stellen, die wir basierend auf allgemein anerkannten wissenschaftlichen Studien oder auch Aussagen des Projektierers nicht so stimmen, wie von Gegenwind behauptet. Weitere Details und die Referenzen auf die wir uns beziehen finden sich größtenteils auch in den FAQs.

Bezugnehmend auf die Stellungnahme der BI Gegenwind mit Datum vom 1.12.2025, sind nachfolgend einige der Falschmeldungen und deren Richtigstellung entsprechend der Nummerierung der BI aufgeführt.

1. Massive Umformung der Landschaft und überdimensionaler Flächenverbrauch.

Ja, die Landschaft wird mit dem Energiepark anders aussehen, aber durch die Anlage einer Blumenwiese mit Schafsbeweidung auf der PV-Freifläche an Naturverbundenheit statt bloßer Monokultur gewinnen.

Falsch ist die Behauptung eines überdimensionierten Flächenverbrauchs.

Ganz im Gegenteil, um 1 kWh Strom zu erzeugen benötigt der Anbau von Mais zur Stromerzeugung in einer Bio-Gasanlage ca. 100-mal mehr Fläche als eine PV-Freiflächenanlage und ca. 1.000-mal mehr Fläche im Vergleich zur versiegelten Fläche eines Windrades.

siehe auch:
Was ist mit dem Verlust von landschaftlich genutztem Acker

2. Landschaftsschutzgebiet & Naturpark

Falsch ist die Aussage, dass der Energiepark einen gravierenden Verstoß gegen geltende Schutzziele darstellen würde. Alle gesetzlichen Regelungen werden im Rahmen des Freigabeverfahrens geprüft und müssen eingehalten werden. Darüber hinaus sind zusätzliche naturaufwertende Maßnahmen unter Einbindung des NABU geplant.

siehe auch:
Ist das Alllenfeld nicht der falsche Ort

3. Abholzung von Wald

BI Gegenwind setzt die Windräder auf dem städtischen Gebiet gegen besseres Wissen immer wieder in den Wald und spricht von massiver Waldrodung. Das ist falsch. Alle Windräder sind auf Freigelände geplant (s. Präsentation der Stadt und des Projektplaners) und kommen ohne Waldrodung aus.

siehe auch:
Energiepark-Alleenfeld.info

4. Artenschutz

Bi Gegenwind spricht von Kollissionsgefahr für Vögel durch die Windräder, dass keine Kollisionswarnanlagen vorgesehen sein sollen und solche gegen Fledermäuse nicht wirken. Das ist falsch, so ist z.B. eine Kollisionsanlage gegen Fledermäuse für die Windräder vorgesehen. Ob weitere Kollisionsanlagen gegen Greifvögel sinnvoll sind ist aktuell in Diskussion. Beim Windrad Ingersheim jedenfalls ist nach 13 Jahre Betrieb bisher kein einziger Vogel erschlagen worden. Dort wurde auch eine umfangreiche wissenschaftliche Studie zur Gefährdung des Rotmilans durchgeführt mit dem Ergebnis, dass keine besonderen Abschaltmaßnahmen notwendig wären, was sich nun in 13 Jahren Betrieb auch bestätigt hat.

siehe auch:
Wie wird der Vogelschutz sichergestellt

5. Lärm, Infraschall, Schattenwurf und Rotorabrieb

BI Gegenwind behauptet, dass die Abstände der Windräder in anderen Bundesländer größer sein müssen als beim Alleenpark und verweist dabei auf eine „ehemals“ im Bayern gültige 10H-Regel, also eine 10-fache Abstandsregel zur Höhe der Windräder. Das ist falsch. Die gesetzlichen  Mindestabstände werden eingehalten. Die ehemalige bayrische 10H-Regel wurde mit Beschluss des bayrischen Landtages mit Wirkung am 16. November 2022 geändert auf einen Abstand von 1.000 m zur Wohnbebauung. Ab Juni 2023 wurde der Abstand auf rund 800 m in Wind-Vorrangebieten (z.B. wie beim Alleenfeld) geändert und entspricht damit der Vorgabe des Bundes-Immissionschutzgesetzes.

siehe auch:
Wie ist die gesundheitliche Belastung durch Windkraftanlagen
Nachfrage von Windkraftprojekten ist bereits gestiegen

5.4 Rohstoffe, Rückbau, Entsorgung

BI Gegenwind spricht von nicht funktionierende Recyclingverfahren und illegaler Entsorgung. Dabei werden von der BI Gegenwind auch Bilder von vergrabenen Rotorblättern gezeigt. Das ist falsch. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Recyclingverfahren mit einem Mindestanteil von 90% (soll zukünftig weiter erhöht werden). Beton, Stahl, Kupfer sind zu einem Anteil von ca. 80% wertvolle Recyclingstoff und werden recycelt im Straßenbau, in der Stahl- und Kupferindustrie weiterverwendet. Rotorblätter werden zermahlen und als wertvoller Energieträger bei der Zementherstellung eingesetzt. Das Vergraben von Rotorblättern wurde in Deutschland schon seit 2005, also seit mehr als 20 Jahre verboten.

siehe auch:
Wie werden Windräder entsorgt

7. Wertverlust von Immobilien

BI Gegenwind spricht von Wertminderung der Immobilien von 5% bis 25% durch aufgestellt Windräder. Das ist falsch, nicht nachgewiesen, jedenfalls gibt es genauso viele Studien die keinen Wertverlust oder nur eine vorübergehende Wertminderung in unmittelbarer Nähe belegen. Die Werthaltigkeit von Immobilien steht und fällt mit der umliegenden Infrastruktur (z.B. Kindergartenplätze, Schulen, öffentliche Verkehrsmittel, Kulturangebot) und dem Angebot von Arbeitsplätzen. Genau dies wird mit den Einnahmen der Gemeinde durch den Energiepark gestärkt.

8.3 Subventionierte Rendite, kaum Nutzen für die Stadt,…

BI Gegenwind behauptet, dass aufgrund des im EEG verankerten „Korrekturfaktors“ für windschwache Standorte überhöhte Einspeisevergütungen gezahlt werden, die der Bürger über Subventionen trägt und stellt diese mit 18,5 Mrd € (2024) aus dem Bundeshaushalt dar. Das ist falsch. 18,5 Mrd € wurden 2024 aus dem Bundeshaushalt für alle alternativen Energiearten zu Verfügung gestellt, also für Windräder, PV-Anlagen, Wasserkraftwerke, Biogasanlage, Geothermie,….zusammen.

Die Windenergie steht hier nur für einen Anteil der Summe, ganz falsch ist die Summe auf den „Korrekturfaktor“ zurückzuführen. Falsch ist auch die Gegenfinanzierung durch den CO2-Zertifikathandel zu verschweigen. Der belief sich im gleichen Jahr 2024 nach Angaben des Umwelt Bundesamtes auf 18,5 Mrd €, also die gleiche Summe die aus dem Bundeshaushalt für das EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) zur Verfügung gestellt wurde.

Quelle:
Umweltbundesamt – Einnahmen aus dem Emmisionshandel

BI Gegenwind behauptet, dass die Stadt Sachsenheim deutlich weniger als die von der Stadt Sachsenheim kommunizierten 0,2 Cent/kWh als Stromabgabe einnehmen würde (Bem: in einer vorhergehenden Stellungnahme sprach BI Gegenwind von nur 0,05 Cent/kWh für die Stadt). Das ist falsch. Die Stromabgabe für den Strom der PV-Anlage in Höhe von 0,2 Cent/kWh geht vollständig an die Stadt Sachsenheim und damit immerhin knapp die Hälfte der Abgabe des im Alleenfeld erzeugten Stromes.

Bei den Windrädern entfällt die Stromabgabe anteilig auf die jeweiligen Flächen der Gemeinden die sich im einem Radius von 2,5 km um das Windrad befinden. Das betrifft somit primär die zwei Windräder auf dem städtischen Gebiet und dort nur zu einem geringen Anteil, weil der weitaus größte Flächenanteil auf dem Gebiet von Sachsenheim liegt (schätzungsweise deutlich über 90%).  Bem: vorrangig ist der Verbleib der Abgabe und Einnahmen Vorort und das Vermeiden von Geldfluss für eingekauften Strom von irgendwoher.

BI Gegenwind behauptet es gäbe seitens der Bürger kein Interesse an einem Bürgerwindrad. Das ist falsch. Zahlreiche Bürger zeigen Interesse an einer Bürger-/Energiegenossenschaft in der sich die Bürger einbringen und davon profitieren können.

9.2 Alternativen zur Windkraftnutzung in Sachsenheim

BI Gegenwind stellt die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit von Windkraftanlagen in Frage und favorisiert Atomkraft oder fossile Kraftwerke (also Kohle, Gas, Öl). Das ist Anschauungssache. Die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlagen ist vielfach nachgewiesen (bestes Beispiel ist das Windrad in Ingersheim, seit 13 Jahren schon), die Umweltverträglichkeit gesetzlich geregelt.

Deutschland hat beschlossen ab 2045 klimaneutral zu sein, Baden-Württemberg und die Stadt Sachsenheim wollen das schon 2040 realisieren. Klimaneutral heißt aber keine fossile Energie mehr zu verwenden, also keine Kohle, kein Gas, kein Öl und am Ende auch kein Uran für AKWs. Das ist die Gesetzeslage an die wir uns halten müssen und die wir als BI ausdrücklich unterstützen. Falsch ist es nach unserer Meinung, die Uhren zurückdrehen zu wollen, weiterhin auf fossile Energie zu setzen und damit die Klimaveränderung weiter zu beschleunigen. Die Probleme von heute und morgen lassen sich nicht durch die Rezepte von gestern und vorgestern lösen.