Zur Windrad-Diskussion in Sachsenheim

„Eine Frage der Zukunft“

Am 29. August 2015 erschien mit der Titelzeile „Jedes Windrad ist ein Zeichen der Hoffnung“ in der Bietigheimer Zeitung ein Beitrag einer Leserin. Vieles von damals ist auch heute noch richtig, anderes hat sich erledigt.

Damals ging es um ein Windrad, heute geht es um mehr als ein Windrad. Unser aller Verlangen nach elektrischem Strom ist größer geworden und wird weiter zunehmen. Die Bundespolitik hat entschieden, dass Deutschland vor allem durch den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik klimaneutral werden soll. Vernünftige und mehrheitsfähige Alternativen dazu gibt es nicht. Im Norden von Deutschland stehen etwa 25.000 Windräder, auch dort leben Menschen. Bei uns stehen nur wenige Windräder. Die Intelligenz der Deutschen ist in Nord und Süd wahrscheinlich gleich. Wird bei uns, weil weniger Windräder stehen, der Strom knapp, wird er auch teurer. Dann wird energieintensive Industrie allmählich nach Norden zum billigeren Strom wandern. Dies ist keine Frage von heute oder morgen, aber ganz gewiss eine Frage der Zukunft.

Wer von Bosch und Daimler lebt, wir alle, muss bedenken, was teure Energie für die Arbeitsplätze unserer Enkel bedeuten wird. Nicht billige, unbewiesene Behauptungen dürfen uns bei der Entscheidung über Windräder leiten, sondern fachlich fundierte Argumente sollten unsere Entscheidung bestimmen. Noch haben wir die Wahl, noch bleibt uns die Hoffnung, noch bleibt uns Vernunft.

Ulrich Wilhelm und
Dorothee Schock
Sachsenheim