LKZ 06.11.25 

LESERMEINUNG

Alte Argumente

Zum Bericht „Energiepark Alleenfeld: Beide Bürgerbegehren erfolgreich“ (25./26. Oktober) über Sachsenheim

Ich bin einer der Initiatoren des Windrads Grüner Heiner in Stuttgart Weilimdorf (25 Jahre alt) und des Windrads in Ingersheim (13 Jahre alt). Die Argumente der Gegner des Energieparks Alleenfeld sind so alt wie die beiden genannten Windräder.

Es ist die Rede von Industrialisierung, von Zerstörung der Kulturlandschaft, von gesundheitlichen Risiken durch Lärm, Infraschall und von ökologischen Belastungen für Flora und Fauna. Alle genannten Befürchtungen sind weder beim Grünen Heiner, noch in Ingersheim eingetreten. Beide Anlagen stoßen heute auf hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung. Von den Befürchtungen bezüglich Lärm, Infraschall, Vogelschlag und ökologischen Belastungen für Flora und Fauna ist null und nichts übriggeblieben. Am Berg des Grünen Heiner weiden Schafe, in Ingersheim wird Ackerbau bis auf zwei Meter an den Turm heran betrieben. Von Photovoltaik-Freilandanlagen weiß man, dass zwischen den Modulen meist Schafzucht betrieben wird und dass die Artenvielfalt unter den Paneelen größer ist als auf bewirtschafteten Wiesen. Wir haben kürzlich mit unserer BUND-Gruppe Stromberg-Neckartal eine Begehung des Alleenfeldes durchgeführt und sind mehrheitlich zu dem Schluss gekommen, dass trotz der Veränderung einer idyllischen Landschaft, den erneuerbaren Energien der Vorrang eingeräumt werden sollte, denn ohne sie wird sich unser Landschaftsbild durch den zunehmenden Klimawandel wesentlich dramatischer verändern. Die Sorge um einen wirtschaftlichen Betrieb sollte die Bürgerinitiative den Investoren und Genehmigungsbehörden überlassen. Auch in Ingersheim prophezeiten uns die „Gegenwindler“ den Bankrott schon im ersten Betriebsjahr. Weit gefehlt, wir konnten jedes Jahr einen kleinen Gewinn ausschütten.

Die Argumente von Bürgermeister Albrich sind für mich allesamt überzeugender als die der Gegner. Das Erreichen der Klimaziele, die Sicherstellung der Energieerzeugung ohne Erdgas, Kohle, Öl und Atomstrom, die Beteiligung der Kommune und der Bürger sind die höheren Rechtsgüter im ökologischen und sozialen Sinne. Die ungeheuren Landschaftszerstörungen durch Kohle, Öl, Gas und Uran, die Belastung der Weltmeere und nun der Klimawandel, das sieht man in unserem lieblichen Stromberg nicht. Das wichtigste Argument für den Energiepark Alleenfeld aber ist das Folgende: Die erneuerbaren Energien haben weltweit längst ihren Siegeszug angetreten. Leider hat Deutschland seine Vorreiterrolle vergeigt und an China abgetreten. Deshalb begrüße ich jede Maßnahme zugunsten der Energiewende, hin zu heimischen, dezentralen Energien, die uns saubere Energie aus der Region bringen. Wir brauchen keine Ölscheichs, Gasdespoten und internationale Konzerne, die an der Zerstörung der Biosphäre schon viel zu viel Geld verdient haben.

Heinrich Blasenbrei-Wurtz,
Besigheim

Vielen Dank an Herrn Blasenbrei-Wurtz für den Leserbrief