An der Küste weht mehr Wind. Aber nur dort Windräder aufzubauen würde dazu führen, dass wir noch mehr Überlandleitungen bauen müssten, um über Leitungsverluste den Strom in den Süden zu führen. Auch das verändert die Landschaft, ist teuer und sorgt wegen hoher Netzgebühren dafür, dass die energieintensive Wirtschaft dort investiert, wo Energie günstig ist.
Deshalb fördert das neue EEG-Gesetz von 2022 den Ausbau der erneuerbaren Energien in windschwächeren Gebieten stärker als in windertragsreichen Gebieten. Es will damit eine räumlich besser verteilte und dezentrale Energieproduktion förden und somit die Wirtschaft auch in windschwachen Gebieten durch günstigen Strom stärken.
Die Dezentralisierung bei erneuerbaren Energien ist also entscheidend, weil sie die Versorgungssicherheit erhöht, Netzausbaukosten senkt, die lokale Wertschöpfung stärkt und die Integration schwankender Erneuerbarer erleichtert, indem Energie näher am Verbraucher erzeugt wird und weniger Verluste auftreten; dies macht die Energiewende resilienter, effizienter, reduziert die Abhängigkeit von zentralen Großkraftwerken und ermöglicht eine schnellere Reaktion auf lokale Bedürfnisse.
Hauptgründe für die Notwendigkeit der Dezentralisierung:
- Netzstabilität & Effizienz:
- Reduzierte Übertragungsverluste: Je kürzer der Weg vom Erzeuger zum Verbraucher, desto geringer sind die Transportverluste.
- Entlastung der Netze: Dezentrale Systeme können das überlastete Stromnetz entlasten, da sie weniger auf überregionale Übertragung angewiesen sind.
- Integration fluktuierender Erneuerbarer: Kleinere, lokale Einheiten können Schwankungen besser ausgleichen, da sie näher am Verbrauch sind.
- Versorgungssicherheit & Resilienz:
- Unabhängigkeit: Gemeinden werden unabhängiger von zentralen Versorgern und widerstandsfähiger gegen Ausfälle.
- Lokale Krisenvorsorge: Dezentrale Einheiten ermöglichen eine bessere Versorgung bei Naturkatastrophen.
- Wirtschaftliche & Soziale Vorteile:
- Kosteneinsparungen: Geringere Kosten für den Ausbau großer Übertragungsnetze.
- Regionale Wertschöpfung: Schaffung lokaler Arbeitsplätze in Installation, Wartung und Betrieb.
- Kundeneinbindung: Verbrauchende werden zu Prosumern (Produzenten und Konsumenten) und gewinnen mehr Energieautonomie.
- Flexibilität & Innovation:
- Schnelle Reaktion: Kleinere Anlagen können flexibler auf Bedarfsänderungen reagieren.
- Förderung neuer Technologien: Dezentrale Systeme sind ideal für neue Technologien wie Wasserstoffwirtschaft.
Herausforderungen:
- Netzmanagement: Erfordert fortschrittliche digitale Steuerungssysteme (Smart Grids) für bidirektionale Flüsse.
- Regulierung: Anpassung von Marktstrukturen und Anreizsystemen, um dezentrale Einheiten zu integrieren.
Zusammenfassend ist die Dezentralisierung nicht nur eine Option, sondern eine wesentliche Voraussetzung, um die Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu meistern und eine nachhaltige, sichere Energieversorgung zu gewährleisten.
Trotzdem werden bei der Bundesplanung die unterschiedlichen Vorraussetzungen berücksichtigt. So muss Baden-Württemberg 1,8% der Fläche als Vorranggebiete für Windenergie ausweisen, während es in Schleswig-Holstein 3% sind (Schleswig-Holstein – Windenergie):
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DIW – 100% erneuerbare Energie für Deutschland
Das dezentralisierte Energiesystem im Jahr 2030



