Zunächst die wichtigste Antwort: Eine wilde Entsorgung, wie sie heute angeblich noch gem.
den Gegnern der Windkraft passieren soll, ist seit 2005 gesetzlich im Bundesimmissionsschutzgesetz untersagt.
Nicht nur um die Produktion und Erstellung der Windräder ist eine Industrie entstanden, sondern auch
im Bereich der Entsorgung. Jede Anlage ist spezifisch und benötigt ihr eigenes
Rückbaukonzept inkl. Fundament. Das Konzept muss erstellt werden, bevor die Anlage für den Bau zugelassen wird, um die verbauten Materialien dem Recycling und der Verwertung zuzuführen. Der Rückbau beginnt in der Regel mit den Flügeln. Nach der Demontage vom Rotorflansch werden die Flügel vor Ort am Boden umweltschonend in Stücke der Länge von 6m zersägt. Dabei wird darauf geachtet, dass kein Material der Flügel ins Erdreich gelangt. Im Anschluss werden die zerkleinerten Flügel nach Materialien getrennt, GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) und CFK (Kohlefaserverstärkter Kunststoff). Beides sind sogenannte Duroplaste, die wir auch in vielen anderen Anwendúngsgebieten wiederfinden wie Surfbretter, Ski, Skateboards oder Fahrradrahmen, alles CFK, oder auch als GFK in Bootsrümpfen. Gerade das CFK ist ein wertvoller Rohstoff und trägt einen Teil der Rückbaukosten. Auch das GFK kann bereits technisch getrennt werden, aber hier ist die Wirtschaftlichkeit noch nicht so weit, dass dies angewandt wird, genau wie bei anderen Produkten aus dem Material wie z.B. Bootsrümpfen. Aktuell werden diese in Zementwerken rückstandsfrei verbrannt und übrig bleibt die Asche, die reinen Sand enthält. Dieser ist wiederum geeignet, um neuen Beton für Gebäude herzustellen. Bis die technische Verfahren zum Recycling des GFK in wirtschaftlichen Großverfahren umgesetzt werden können, wird es wohl noch etwa eine Dekade dauern. Also rechtzeitig für die heute aufzubauenden Windräder.
Das Windrad ohne Flügel besteht überwiegend aus dem Maschinenhaus (Generator, Getriebe, etc.), dem Turm aus Stahl im oberen Teil und dem Stahlbeton im unteren Teil. Zudem kommen noch die elektrischen und elektronischen Anlagen hinzu. Das Windrad wird wie ein Legohaus zurückgebaut und das Fundament zum Schluss gesprengt.
Auch hier ist das Recycling ein wichtiger ökologischer als auch ökonomischer Aspekt. Der Beton vom Fundament wird aufgebrochen (z.B. Schredder) und kann idealerweise wieder für eine neue Windkraftanlage oder andere Bauten genutzt werden. Der Stahl vom Stahlturm wird auf dem Boden zerkleinert und an Fachunternehmen zur Wiederverwertung verkauft und trägt ebenso einen großen Teil der Rückbaukosten der
gesamten Windkraftanlage. Das Maschinenhaus aus Generator, Getriebewird von Fachunternehmen von Ölen und Schmierstoffen entfernt und dem Recycling oder Entsorgung zugeführt. Genau wie bei anderen Maschinen in der Industrie auch. Die Seltenen Erden in der Windkraftanlage werden ebenso separiert und der
Kreislaufwirtschaft zugeführt als teurer Wertstoff. Die komplette Verkabelung (Isolierte Kupferkabel) werden ebenso wiederverwertet. Diese werden geschält, also die Isolierung entfernt. Kupfer ist sehr teuer und wird gerne verkauft. Aber auch die Isolierung erzielt gute Preise und kann als Thermoplast zu 100% recycelt
werden.
Der Elektronikschrott kann wie bei vielen anderen Geräten auch (Mobiltelefon, Computer, etc.) teilweise nicht wiederverwendet werden, wie z.B. Platinen. Die Mengen sind sehr gering. Manche Elektronikkomponenten werden von Spezialunternehmen gekauft, um diese für Windkraftanlagen ähnlicher Bauzeit im Servicefall wieder verkaufen zu können.
Quelle: Folge 035 und 036 von WINDKANAL – Der Windenergie Podcast Download ~
Podcast von Julia Wolf ~ podcast 2562780